Direkt zum Hauptbereich

Der 15. Mai in der Geschichte des Radios:



Am 15. Mai 1925 wurde die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG) gegründet. Sie war die Dachorganisation neun regionaler Rundfunkgesellschaften, die über die RRG zusammenarbeiteten, und hielt die Mehrheit der Geschäftsanteile an diesen Sendegesellschaften.
1926 übernahm die Deutsche Reichspost die Mehrheit der Geschäftsanteile der RRG. Hans Bredow wurde zum „Reichs-Rundfunk-Kommissar“ und zum Vorsitzenden der RRG ernannt. Als Staatssekretär im Reichspostministerium war er nun der erste Mann für den Rundfunk in Deutschland und trieb den Ausbau der Senderinfrastruktur massiv voran.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 reichte Bredow noch am Tag der Ernennung Adolf Hitlers seinen Rücktritt ein.  Mit der „Gleichschaltung“ zum 1. April 1934 erfolgte auch die Umbenennung der Sender in „Reichssender“. 
Auf Veranlassung von Joseph Goebbels wurde zum 1. Januar 1939 für den Reichsrundfunk die Bezeichnung „Großdeutscher Rundfunk“ eingeführt, für das Ausland wurden Programme unter dem Namen Germany Calling produziert.
1951 wurde die Liquidation der RRG beschlossen, die sich bis 1961 hinzog. Das Programmvermögen der RRG mit 3.600 Tonbändern befindet sich heute im Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) am Standort Frankfurt am Main.

Am 15. Mai 1945 eröffnete Max Grundig mit einigen Mitarbeitern wieder sein Ladengeschäft in Fürth – siehe Kalenderblatt vom 8. Dezember.

Am 15. Mai 1964 schlug die inoffizielle Geburtsstunde des Jugendradios DT 64. Der Name steht für „Deutschlandtreffen 1964“. DT 64 wurde zum Deutschlandtreffen der Jugend 1964 in Ost-Berlin als „Sonderstudio Deutschlandtreffen 1964“ ins Leben gerufen. Dieses strahlte damals 99 Stunden ohne Unterbrechung für die Teilnehmer des Treffens ein Programm mit internationaler Musik und mit hohem Live-Anteil aus.

Später übernahm der Berliner Rundfunk für die ganze DDR auf Mittelwelle und UKW das „Jugendstudio DT 64“. Als eigenständiges Jugendradio wurde es erst im März 1986 gegründet. Es war das erste Radioprogramm der DDR, das sich gezielt an „die Jugend“ richtete. Erich Honecker kritisierte auf dem 11. Plenum des ZK der SED (16. bis 18. Dezember 1965): „Über eine lange Zeit hat DT 64 in seinem Musikprogramm einseitig die Beatmusik propagiert. In den Sendungen des Jugendsenders wurden in nicht vertretbarer Weise die Fragen der allseitigen Bildung und des Wissens junger Menschen … außer Acht gelassen.“
Am 17. August 1990 schlossen sich DT 64 und SDR 3 neun Tage lang zu einer Sendung zusammen. An diesem Freitag starteten um 7 Uhr morgens die einzigen gesamtdeutschen Mega-Charts – siehe Kalenderblatt vom 17. August.




Am 15. Mai 1971 wurde auf das Sendeschiff von „Radio Nordsee International“ ein Bombenanschlag verübt. Wie durch ein Wunder war niemand verletzt worden und der Sendebetrieb konnte ohne große Verzögerung aufrechterhalten werden.

Initiator des Anschlages war die Konkurrenz-Station „Veronica“.


Am 15. Mai 1989 ging in Belgrad der Hörfunksender B92 auf Sendung.


Ab dem 15. Mai 2016 war der Podcast Fest & Flauschig über Spotify abrufbar. Vorher hatten Olli Schulz und Jan Böhmermann ihre wöchentliche Hörfunksendung Sanft & Sorgfältig bei  Radio Eins, aufgegeben, um fortan den Podcast zu produzieren.


Geburtstage:

1909: James Mason: englischer Filmschauspieler.

1918: Eddy ArnoldUS-amerikanischer Country- und Pop-Sänger.

Nekrolog:

1955: Felix Moor: estnischer Hörfunkpionier. Moor gilt als der Begründer des Rundfunks in Estland.

2022: Rainer Basedow (* 20. Mai 1938), deutscher Bühnen- und Filmschauspieler, Synchronsprecher und Kabarettist.


Quellen:

Winfried B. LergRundfunkpolitik in der Weimarer Republik. Dtv, München 1980.
WAS IST WAS
Gijsbert Hinnen: Internationale Rundfunk- und Fernseh-Chronik (nicht mehr online)
Radio.about.com  (nicht mehr online)
Oldradio.org

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der 24. Oktober in der Geschichte des Radios:

Am 24. Oktober 1923 proklamierte der deutsche Reichspostminister die "Einführung eines Unterhaltungs-Rundfunks". Vallée (Mitte) mit  Olsen u. Johnson Am  24. Oktober 1929  strahlte NBC die erste Folge der " Fleischmann's Yeast Hour " (in deutscher Übersetzung "Fleischmanns Hefe-Stunde") aus. Die Sendung wurde von der NBC-Programmchefin  Bertha Brainard  ins Leben gerufen. Sie überredete den Bandleader und Sänger Rudy Vallée, die Show zu moderieren. Bei den Hörern kam das Konzept so gut an, dass die Show Jahr für Jahr in der Top-5 der meistgehörten Radiosendungen dieser Zeit zu finden war. Gastgeber Vallée scharte einen festen Stamm um sich und moderierte das Musical- und Varieté-Programm    zusammen mit Ole Olsen und Chic Johnson (1932), gefolgt von Tom Howard und George Shelton (1935). In kleineren Funktionen gehörten auch Schauspieler Will Aubrey (1892-1958) und der Charakterdarsteller Henry Armetta (1888-1945) zur Show. Auf Vallées ...

Willkommen im Radio-Almanach

Seit 2014 sammle ich hier Geschichten aus mehr als 100 Jahren Radiogeschichte – für jeden Tag im Jahr ein eigenes Kalenderblatt: 366 Seiten voller Ereignisse, Sender, Pioniere und Kuriositäten rund um den Rundfunk. Jeden Tag erscheint automatisch oben auf dieser Seite das passende Kalenderblatt zum heutigen Datum. Wer stöbern möchte, findet im Register alle 366 Einträge auf einen Blick. Passend dazu gibt es auch einen YouTube-Kanal, auf dem ich – so oft es zeitlich klappt – kurze Videos zu einzelnen Ereignissen der Radiogeschichte zeige. Etwa dieses hier: Viel Freude beim Stöbern in der Geschichte des Radios! Roland

Der 1. August in der Geschichte des Radios:

Am  1. August 1922  wurde in Berlin der „Deutsche Wirtschaftsrundfunk“ offiziell in Betrieb genommen. Die Empfangsgeräte wurden den Teilnehmern nur geliehen, nicht verkauft. Am  1. August 1927  wurde das „Heinrich Hertz-Institut“ für Schwingungsforschung in Berlin-Charlottenburg gegründet. Am  1. August 1928  eröffnete die Kuomintang-Partei im vorkommunistischen China die „ Central Broadcasting Station “. Fünf Jahre später wird der 75-kW-Kurzwellensender in Betrieb genommen. 1932 gehören ganz China und ein großer Teil von Asien zum Empfangsgebiet. Am 1. August 1934 startete der „Schweizerische Kurzwellendienst“ . Die „Schweizerische Rundspruchgesellschaft“ mietet für eine einmalige Sendung den Völkerbundsender in Prangins. Ein auf Stahlband aufgezeichnetes Programm vom „Studio Bern“ wurde nach Südamerika ausgestrahlt. Am 1. August 1935 begann der portugiesische Staatssender „Emissora Nacional de Radiodifusao“ in Lissabon mit r...