Jeden Tag gebe ich hier in diesem Blog einen kurzen Abriss über Ereignisse aus der Geschichte des Radios. Weil sich nicht alle Geschehnisse einem bestimmten Datum zuordnen lassen, liste ich künftig am Anfang eines Monats alles auf, was für diesen Monat relevant ist. Ereignisse, die an ein bestimmtes Datum gebunden sind, sind unter diesem Tag zu finden.
Hier die Einträge für den Monat September:
September 1914
Der Präsident der USA, Wilson, eröffnet die drahtlose Wirtschaftsrundfunkstrecke Kalifornien – Honolulu.
September 1923
In Mexiko tritt eine Radiogesetzgebung in Kraft. Gleichzeitig werden die ersten Konzessionen erteilt. Dieses Hörfunkstatut (Reglamento Radiofonico) bestimmte, dass jeder Interessierte seinen Antrag auf Konzessionserteilung im Kommunikationsministerium einreichen musste. Konzessionen sollen nur an Mexikaner gegen eine, je nach Stärke der Station festgelegte, Gebühr vergeben werden. Die Antragsteller mussten außerdem eine Prüfung über telegrafische Kenntnisse vor dem Ministerium ablegen. Alle Rundfunkempfänger sollten eine einmalige Gebühr von fünf Pesos für ihr neu gekauftes Radio an den Staat zahlen. Die Nutzung der Stationen durch Dritte wurde untersagt, wodurch eine mögliche Beteiligung der Rundfunkteilnehmer an der Programmgestaltung ausgeschlossen wurde.
In der Folgezeit richten vorwiegend private Unternehmer, aber auch der Staat, Radiosender ein. Mitte der 20er Jahre besitzt er das einzige landesweite Sendenetz. Seine Zielsetzung ist die Verbreitung von Informationen, Erziehung und Kultur. Das Interesse der privaten Unternehmer an dem neuen Medium ist dagegen rein kommerzieller Art, und ihr Engagement orientiert sich stark am US-amerikanischen Rundfunksystem. So bemühen sich alsbald Zeitungen, eigene Sender aufzubauen, und Wirtschaftsunternehmen betreiben über eigene Stationen Werbung für ihre Produkte. Als erste Station kann 1929 der Sender „CYB“ (seit September 1923 in Betrieb), welcher der Tabakwarenfabrik „El Boen Tono“ gehört, nicht nur seine Kosten über Werbeeinnahmen decken, sondern auch Gewinne erzielen.
September 1938
Als Stimme des französischen Oberkommissars in Syrien, wird „Radio Levant“ (4‑kW) aktiv.
September 1939
Das bescheidene Musikprogramm von „Radio Liechtenstein“ wird mit Beginn des Zweiten Weltkrieges eingestellt. Bevor die Station endgültig schweigt, benützt ihn die Regierung, um die Bevölkerung über wichtige Ereignisse oder notwendige Maßnahmen auf dem Laufenden zu halten.
September 1949:
In Wien findet eine Festwoche anlässlich des 25-jährigen Rundfunkjubiläums in Österreich statt.
Mitte September begann der Bayerische Rundfunk mit der Ausstrahlung von Werbesendungen.
September 1950
In Seoul nimmt der „American Forces Korean Network“ (AFKN) den Programmdienst für die dort stationierten amerikanischen Streitkräfte auf. 1958 kommt die Fernsehstation „AFKN-TV“ dazu.
September 1952
Der „Solomon Islands Broadcasting Service“ nimmt in Honiara den Sendebetrieb an sechs Wochentagen auf. Die Station „VQO“ sendet mit 400 Watt auf 1030 kHz. Nach einer Testphase beginnt ab Oktober 1955 der 100-Watt-Kurzwellensender „VQO 2“, täglich auf 5960 kHz zu senden. Ein neuer, größerer Studiokomplex wird am 5. Januar 1959 bezogen.
September 1974
Gründung der „Associazione Nazionale Teleradiodiffusione Italiana“ (ANTI), eines Vereins, der die Liberalisierung/Privatisierung des lokalen Äthers für Radio und Fernsehen betreibt.
September 1975
Neben den kommerziellen Privatradios in Italien werden auch politische Gruppen aktiv. Als „politisches Radio der demokratischen Gegeninformation“ beginnt „Radio BRA – Onde Rosse“, zu senden.
September/Oktober 1976:
Sendestart Radio Maja
Quellen:
Gijsbert Hinnen: Internationale Rundfunk- und Fernseh-Chronik (nicht mehr online)
Wikipedia
br-media.de
radiojournal.de
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