Radio-Almanach: 366 Kalenderblätter zur Geschichte des Radios – für jeden Tag im Jahr ein historisches Ereignis aus rund 100 Jahren Rundfunkgeschichte.
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Radio-Geschichte. 1. Februar:
Der 1. Februar in der Geschichte des Radios:
Ab dem 1. Februar 1904 galt in der Seefahrt das
internationale Radio-Notsignal "CQD".
CQ wird im Englischen auch als homonymes Homophon für „Seek you“ (an
alle) gedeutet und das D stand für „distress“ (Not). Verbreitet wurde bzw. wird
CQD auch als Backronym für „Come quick, Danger“ (Komm, Schnell, Gefahr), „Come
Quickly: Distress“ oder „Come Quick—Drowning“ (Ertrinken) ausgelegt. Der
Morsecode von CQD ist: −•−•−−•−−••.
Am 1. Februar 1925 wurde die erste
Radiosendung in Polen ausgestrahlt (siehe Wikipedia: Polskie Radio).
Am 1. Februar 1931 wurde von 17 bis 22 Uhr das
erste Programm des „Belgisch Nationaal Instituut voor Radio-Om-roep“ (NIR /
INR) ausgestrahlt. Damals gab es bereits getrennte französische (auf 484 m) und
flämische (auf 322 m) Programme, die von den beiden 15-kW-Mittelwellensendern
in Veltem ausgestrahlt wurden. Den größten Teil der Sendezeit belegte die NIR
selbst. In bescheidenem Rahmen erhielten die verschiedenen Radiovereinigungen
(KVRO- katholisch, SAROV – sozialistisch, LIBRADO – liberal und VLANARA –
flämisch-nationalistisch) Sendezeiten zugeteilt.
Dietrich Bonhoeffer im August 1939
Am 1. Februar 1933 hielt Dietrich Bonhoeffer den Radiovortrag „Wandlungen des Führerbegriffes“.
Er verlangte darin eine Begrenzung totaler Machtfülle des Kanzleramtes durch
rechtsstaatliche Ordnung und Volkswohl:
„Der Führer wird sich dieser klaren Begrenzung seiner Autorität
verantwortlich bewusst sein müssen. Versteht er seine Funktion anders, als sie
so in der Sache begründet ist […] läßt er sich vom Geführten dazu
hinreißen, dessen Idol darstellen zu wollen – und der Geführte wird das immer
von ihm erhoffen – dann gleitet das Bild des Führers über in das des
Verführers, dann handelt er verbrecherisch am Geführten wie an sich selbst. Der
echte Führer […] muß die Geführten von der Autorität seiner Person weg zur
Anerkennung der echten Autorität der Ordnungen und des Amtes führen … Führer
und Amt, die sich selbst vergotten, spotten Gottes.“
An dieser Stelle wurde die
Rundfunkübertragung wegen der deutlichen Kritik am nationalsozialistischen „Führerprinzip“ und Hitlerkult abgebrochen.
Am
1. Februar 1954 appellierte
der französische Priester und Gründer der Wohltätigkeitsorganisation Emmaus, Abbé Pierre über
Radio Luxemburg an seine Landsleute, für Obdachlose, die während des außergewöhnlich harten
Winters 1953/54 vom Kältetod bedroht sind, zu spenden. Seine Worte "Mes amis,
au secours!" gingen als „Aufruf von Abbé Pierre“ in die Geschichte ein und
lösten eine beispiellose Welle der Solidarität aus. Die französische Presse sprach
von einem "Aufstand der Barmherzigkeit".
Am
1. Februar 1964 erklärte der Gouverneur von Indiana den Hit „Louie
Louie“ von den Kingsmen für pornografisch. Er forderte die Radiosender
des Staates auf, das Lied nicht zu senden.
Am 1. Februar 1984 startete WHOT-FM in Youngstown, Ohio, USA, den Sendebetrieb auf der UKW-Frequenz
101,1 MHz mit einem Top 40 (CHR) Format. Auf Mittelwelle sendete die
Radiostation bereits seit 1955 und war damals eine der ersten Top-40-Stationen
in den USA. Am 15. August 2006 war WHOT der erste Radiosender in Ost-Ohio, der
sein Programm in HD ausstrahlte.
Am
1. Februar 2000 wurde der österreichische Jugendsender FM4 zum 24-Stunden-Programm.
Am 1. Februar 2012 sind die Sendungen von
Radio Belarus über Mittelwelle und Kurzwelle
stark eingeschränkt worden. Die meisten ehemaligen Frequenzen sind außer Betrieb.
Gleichzeitig wurde das Drahtfunknetz teilweise stillgelegt.
Am
1. Februar 2020 stellte der
Deutschlandfunk seinen Verkehrsfunk ein. Vorausgegangen war eine Befragung,
an der im Sommer 2019 5328 Hörerinnen und Hörer teilgenommen und sich mit
einer Mehrheit von 68,7 Prozent für diesen Schritt ausgesprochen hatten.
Am 1. Februar 1906 wurde die US-amerikanische
Kabarett-Sängerin und Moderatorin Hildegarde als Hildegarde
Loretta Sell in Adell, Wisconsin, geboren. Ab dem 15. Juni 1943 moderierte sie
die 2. Staffel der Radio-Quizshow "Beat the Band".
Im Jahr 1939
erschien sie auf der Titelseite des Life-Magazins. Der Kosmetikhersteller
Revlon stellte damals sogar eine nach ihr benannte Kollektion mit Lippenstift
und Nagellack vor.
Hildegarde Sell ging
mit diversen Showprogrammen auf Tournee, hauptsächlich durch die USA und Europa. Sie
war auch unter dem Spitznamen Die
unvergleichliche Hildegarde bekannt.
Hildegardes
bekanntester Song war „Darling, Je Vous Aime Beaucoup“.
Am
1. Februar 1941 wurde der deutsche Komiker und Schauspieler Karl
Dall in Emden geboren.
Am
1. Februar 1949 wurde der deutsche Schauspieler, Dramaturg und langjährige
Leiter des Millowitsch-Theaters Peter Millowitsch in Köln geboren.
Am
1. Februar 1962 wurde der deutsche
Radiomoderator Uwe Arkuszewski in Rendsburg geboren (†
2004).
Am 1. Februar 1970 wurde die
US-amerikanisch-deutsche Radiomoderatorin und Redakteurin Eranie
Funderburk in Fort Dix, Browns Mills, New Jersey, geboren. Sie
arbeitete von August 1992 bis März 2004 bei Hit Radio N1 in Nürnberg. Ab August
2007 begann sie als Moderatorin bei Charivari 986 in Nürnberg. Hier ein kurzes
Vorstellungsvideo von ihr:
Nekrolog:
Am 1. Februar 1954 ist der US-amerikanische
Elektroingenieur und Erfinder Edwin Howard
Armstrong gestorben. Der Radiopionier entwickelte und erfand viele
Geräte und Verfahren zur Übertragungstechnik. Einige davon, wie der Superheterodynempfänger
und die Frequenzmodulation,
sind heutzutage (2015) alltäglich.
Er erhielt vier
Patente zur Technik der Frequenzmodulation und gilt als Vater des UKW-Radios.
Mehr über ihn steht in den Blogeinträgen vom 18.
und 26. Dezember.
Foto:U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration (PD)
Am
1. Februar 1994 ist der US-amerikanische
Schauspieler und Sprecher Olan Soule im Alter von 83 Jahren an
Lungenkrebs gestorben. Ab 1933 war er in vielen Radiosoaps und Dramaserien zu
hören. Unter anderem war er die Stimme von Batman in der gleichnamigen
Zeichentrickserie.
Am 24. Oktober 1923 proklamierte der deutsche Reichspostminister die "Einführung eines Unterhaltungs-Rundfunks". Vallée (Mitte) mit Olsen u. Johnson Am 24. Oktober 1929 strahlte NBC die erste Folge der " Fleischmann's Yeast Hour " (in deutscher Übersetzung "Fleischmanns Hefe-Stunde") aus. Die Sendung wurde von der NBC-Programmchefin Bertha Brainard ins Leben gerufen. Sie überredete den Bandleader und Sänger Rudy Vallée, die Show zu moderieren. Bei den Hörern kam das Konzept so gut an, dass die Show Jahr für Jahr in der Top-5 der meistgehörten Radiosendungen dieser Zeit zu finden war. Gastgeber Vallée scharte einen festen Stamm um sich und moderierte das Musical- und Varieté-Programm zusammen mit Ole Olsen und Chic Johnson (1932), gefolgt von Tom Howard und George Shelton (1935). In kleineren Funktionen gehörten auch Schauspieler Will Aubrey (1892-1958) und der Charakterdarsteller Henry Armetta (1888-1945) zur Show. Auf Vallées ...
Seit 2014 sammle ich hier Geschichten aus mehr als 100 Jahren Radiogeschichte – für jeden Tag im Jahr ein eigenes Kalenderblatt: 366 Seiten voller Ereignisse, Sender, Pioniere und Kuriositäten rund um den Rundfunk. Jeden Tag erscheint automatisch oben auf dieser Seite das passende Kalenderblatt zum heutigen Datum. Wer stöbern möchte, findet im Register alle 366 Einträge auf einen Blick. Passend dazu gibt es auch einen YouTube-Kanal, auf dem ich – so oft es zeitlich klappt – kurze Videos zu einzelnen Ereignissen der Radiogeschichte zeige. Etwa dieses hier: Viel Freude beim Stöbern in der Geschichte des Radios! Roland
Am 1. August 1922 wurde in Berlin der „Deutsche Wirtschaftsrundfunk“ offiziell in Betrieb genommen. Die Empfangsgeräte wurden den Teilnehmern nur geliehen, nicht verkauft. Am 1. August 1927 wurde das „Heinrich Hertz-Institut“ für Schwingungsforschung in Berlin-Charlottenburg gegründet. Am 1. August 1928 eröffnete die Kuomintang-Partei im vorkommunistischen China die „ Central Broadcasting Station “. Fünf Jahre später wird der 75-kW-Kurzwellensender in Betrieb genommen. 1932 gehören ganz China und ein großer Teil von Asien zum Empfangsgebiet. Am 1. August 1934 startete der „Schweizerische Kurzwellendienst“ . Die „Schweizerische Rundspruchgesellschaft“ mietet für eine einmalige Sendung den Völkerbundsender in Prangins. Ein auf Stahlband aufgezeichnetes Programm vom „Studio Bern“ wurde nach Südamerika ausgestrahlt. Am 1. August 1935 begann der portugiesische Staatssender „Emissora Nacional de Radiodifusao“ in Lissabon mit r...
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