Direkt zum Hauptbereich

Radio-Geschichte. 24. Februar:

Der 24. Februar in der Geschichte des Radios:

Am 24. Februar 1931  wurde in Bern  die „Schweizerische Rundspruchgesellschaft“ (SRG) gegründet. In der Reihenfolge ihrer Gründungsjahre traten ihr folgende Mitglieder bei: die Société romande de radiodiffusion à Lausanne, die Radiogenossenschaft Zürich, die Société des émissions Radio Genève, die Radiogenossenschaft Bern, die Radiogenossenschaft Basel, die Ostschweizerische Radiogesellschaft in St. Gallen und das Ente autonomo per la radiodiffusione nella Svizzera italiana (EARSI) in Lugano.

Die SRG SSR und ihre Unternehmenseinheiten produzieren heute (Stand 2021) 17 Radio- und 7 Fernsehprogramme (plus RTS Info als Livestream).

Die SRG SSR arbeitet unter einer Konzession des Bundes, die ihr umfangreiche Aufgaben im Dienste der allgemeinen Öffentlichkeit (Service public) überträgt. Das heißt, die SRG SSR ist dafür verantwortlich, dass alle Sprachregionen eine gesicherte Informationsabdeckung und ein vielfältiges Unterhaltungs-, Bildungs- und Kulturprogramm erhalten. Dafür erhält sie einen Großteil der Einnahmen aus den Rundfunkgebühren (75 %), die die Serafe AG (bis Ende 2018 Billag AG) erhebt. 

In allen Regional- oder Mitgliedsgesellschaften der SRG engagieren sich rund 23.000 Menschen, wodurch eine im internationalen Vergleich außerordentlich direkte gesellschaftliche Partizipation erreicht wird. Beispielsweise wird im deutschen Modell des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei sechsfacher Bevölkerungszahl die gesellschaftliche Trägerschaft in sämtlichen Gremien und Beiräten von ARD und ZDF von insgesamt nur rund 1000 Repräsentanten praktisch ausgeübt.

Weitere Ereignisse aus der Radiogeschichte:

Am 24. Februar 1958 nahm in Kuba der Propagandasender Radio Rebelde der castristischen Rebellen seine Tätigkeit auf.

Am 24. Februar 1970 wurde das National Public Radio (NPR) mit 90 öffentlichen Hörfunksendern als eingetragene Mitglieder in Washington gegründet.
Sie wurde infolge des Public Broadcasting Act von 1967 ins Leben gerufen und begründete eine Kooperation nichtkommerzieller Hörfunksender. Die Strukturen unterscheiden sich erheblich vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk z. B. in Deutschland und entsprechen eher den Freien Radios. Die angeschlossenen Stationen sind rechtlich und finanziell eigenständig. Derzeit übernehmen etwa 800 Stationen in den USA Teile oder das gesamte Mantelprogramm von NPR.
Der Hauptsitz befindet sich in der Hauptstadt Washington. Seit Ende 2002 gibt es einen Produktionsstandort in Culver City, Kalifornien, um an der Westküste besser präsent zu sein (NPR West).
NPR bildet einen Gegenpol zu den zahlreichen kommerziellen Nachrichtenanbietern in den USA, die in erster Linie das Format „Talk“ bedienen und überwiegend dem rechten Spektrum zuneigen. Das betrifft nahezu alle gesellschaftlichen Themen.


Am 24. Februar 1982 wurde unter der Bezeichnung „Couleur 3“ das dritte Programm von „Radio Suisse Romande“ im 24-Stunden-Betrieb eingeführt. Es richtet sich mit Informationen und moderner Unterhaltungsmusik vorwiegend an die jüngere Generation. Am 17. Februar 1982 hatte der Bundesrat der „SRG“ die Bewilligung für die versuchsweise Ausstrahlung eines dritten Radioprogramms in der Westschweiz für die Dauer von drei Jahren erteilt. „Couleur 3“ war vorerst über den Sender La Dôle auf 100,7 MHz und über den Sender Savièse auf 1485 kHz zu empfangen.

Am 24. Februar 1987 erlitt der US-amerikanische Journalist Larry King (+2021) einen schweren Herzinfarkt und überlebte durch eine fünffache Bypass-Operation. 

Am 24. Februar 2004 wurde die „Bubba The Love Sponge-Show“ von Clear Channel Communications aus dem Programm genommen. Ende Januar des gleichen Jahres hatte die FCC eine Geldstrafe über 755.000 US-Dollar gegen vier Radiosender verhängt, die zu Clear Channel gehörten. Es ging ausschließlich um Ausschnitte aus der „Bubba The Love Sponge-Show“, in der sehr anschaulich und bildhaft über Sex und Drogen gesprochen wurde. Da die FCC nur eine Höchststrafe von 27.500 US-Dollar aussprechen kann, errechnete sich die hohe Strafe aus 26 Sendungen plus 40.000 Dollar Strafe wegen weiterer Vergehen.
Bubba the Love Sponge Clem wechselte zum Sirius Satellite Radio und folgte Howard Stern. Am 9. Januar 2006 wurde die erste Sendung ausgestrahlt.

Am 24. Februar 2010 wurde der 1933 errichtete Sender Bisamberg nördlich von Wien gesprengt. Der regelmäßige Sendebetrieb wurde bereits 1995 eingestellt.

 

Geburtstage:

 

Am 24. Februar 1951 wurde die deutsche Sängerin Hella Heizmann in Wetzlar geboren (+2009). Im Alter von sechs Jahren sang sie bereits im Kinderchor der Radiosendung „Fröhliche Kinderstunde“ von Ruth Frey sowie später im daraus erwachsenen Wetzlarer Kinderchor unter Margret Birkenfeld mit. Nach dem Umzug ihrer Familie nach Ahlen sang sie als Teenager in einer lokalen Band mit.

 

Am 24. Februar 1958 wurde der britische Radio- und Fernsehmoderator Ray Cokes (MTV's Most Wanted, 1992–1996) auf der Isle of Wight geboren.

 

Am 24. Februar 1975 wurde die deutsche Schauspielerin Mareike Fell in Dresden geboren.

 

Nekrolog:

 

Am 24. Februar 1979 ist der deutsche Schauspieler und vielbeschäftigte Hörfunksprecher Hans Pössenbacher 83-jährig in München gestorben.

 

Am 24. Februar 1987 ist der US-amerikanische Radiomoderator Jim Connors 46-jährig in Virginia gestorben.


Am 24. Februar 2015 ist der langjährige Bayern-3-Chef Rüdiger Stolze im Alter von 75 Jahren gestorben. Stolze war von 1962 bis 2002 für den BR tätig, hat unter anderem neue Programmformen für den Jugendfunk entwickelt, im Rahmen des Kabelpilotprojektes eine „City-Welle“ konzipiert und als Leiter der Regionalredaktion München/Oberbayern das „Münchner Mittagsmagazin“ als erstes Großstadtprogramm der ARD etabliert. Von 1992 bis 1997 war Rüdiger Stolze Wellenchef von Bayern 3, zuletzt leitete er die Abteilung Innovative Programmentwicklung.


Quellen:

Radio.about.com (nicht mehr online)

Wikipedia

Gijsbert Hinnen: Internationale Rundfunk- und Fernseh-Chronik (nicht mehr online)

Bayerischer Rundfunk

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der 24. Oktober in der Geschichte des Radios:

Am 24. Oktober 1923 proklamierte der deutsche Reichspostminister die "Einführung eines Unterhaltungs-Rundfunks". Vallée (Mitte) mit  Olsen u. Johnson Am  24. Oktober 1929  strahlte NBC die erste Folge der " Fleischmann's Yeast Hour " (in deutscher Übersetzung "Fleischmanns Hefe-Stunde") aus. Die Sendung wurde von der NBC-Programmchefin  Bertha Brainard  ins Leben gerufen. Sie überredete den Bandleader und Sänger Rudy Vallée, die Show zu moderieren. Bei den Hörern kam das Konzept so gut an, dass die Show Jahr für Jahr in der Top-5 der meistgehörten Radiosendungen dieser Zeit zu finden war. Gastgeber Vallée scharte einen festen Stamm um sich und moderierte das Musical- und Varieté-Programm    zusammen mit Ole Olsen und Chic Johnson (1932), gefolgt von Tom Howard und George Shelton (1935). In kleineren Funktionen gehörten auch Schauspieler Will Aubrey (1892-1958) und der Charakterdarsteller Henry Armetta (1888-1945) zur Show. Auf Vallées ...

Willkommen im Radio-Almanach

Seit 2014 sammle ich hier Geschichten aus mehr als 100 Jahren Radiogeschichte – für jeden Tag im Jahr ein eigenes Kalenderblatt: 366 Seiten voller Ereignisse, Sender, Pioniere und Kuriositäten rund um den Rundfunk. Jeden Tag erscheint automatisch oben auf dieser Seite das passende Kalenderblatt zum heutigen Datum. Wer stöbern möchte, findet im Register alle 366 Einträge auf einen Blick. Passend dazu gibt es auch einen YouTube-Kanal, auf dem ich – so oft es zeitlich klappt – kurze Videos zu einzelnen Ereignissen der Radiogeschichte zeige. Etwa dieses hier: Viel Freude beim Stöbern in der Geschichte des Radios! Roland

Der 1. August in der Geschichte des Radios:

Am  1. August 1922  wurde in Berlin der „Deutsche Wirtschaftsrundfunk“ offiziell in Betrieb genommen. Die Empfangsgeräte wurden den Teilnehmern nur geliehen, nicht verkauft. Am  1. August 1927  wurde das „Heinrich Hertz-Institut“ für Schwingungsforschung in Berlin-Charlottenburg gegründet. Am  1. August 1928  eröffnete die Kuomintang-Partei im vorkommunistischen China die „ Central Broadcasting Station “. Fünf Jahre später wird der 75-kW-Kurzwellensender in Betrieb genommen. 1932 gehören ganz China und ein großer Teil von Asien zum Empfangsgebiet. Am 1. August 1934 startete der „Schweizerische Kurzwellendienst“ . Die „Schweizerische Rundspruchgesellschaft“ mietet für eine einmalige Sendung den Völkerbundsender in Prangins. Ein auf Stahlband aufgezeichnetes Programm vom „Studio Bern“ wurde nach Südamerika ausgestrahlt. Am 1. August 1935 begann der portugiesische Staatssender „Emissora Nacional de Radiodifusao“ in Lissabon mit r...