Direkt zum Hauptbereich

Radio-Geschichte. 6. Dezember

Der 6. Dezember in der Geschichte des Radios:

Buchtitel von
 Hanuš Burger
Ab dem 6. Dezember 1944 ging der Sender 1212 auf Sendung. 
Die US-Armee hatte den Propagandasender im Rahmen der Operation Annie in Luxemburg stationiert, um die Zivilbevölkerung, aber auch deutsche Soldaten zur Kapitulation oder zum Überlaufen zu bewegen.

Es handelte sich um einen amerikanischen Tarnsender, der seine Identität verschleierte und sich als deutscher Sender ausgab.
Zwischen zwei und sechs Uhr wurde auf den Langwellenfrequenzen von Radio Luxemburg ein deutsches Programm ausgestrahlt. Der Sender erreichte die Bevölkerung im Rheinland. Gesendet wurde bewusste Desinformation, aber auch eine Mischung aus Fakten und Gerüchten.

Der Autor Hanuš Burger war als Regisseur und Redakteur für den Sender verantwortlich. Burger war Theater-, Film- und Fernsehregisseur, Dramaturg und Autor von Theaterstücken, Büchern und Drehbüchern.
Beendet wurde die Ausstrahlung am 25. April 1945 durch eine vorgetäuschte Einnahme des Senders. Er war insgesamt 127 Nächte in Funktion. Am 11. Dezember 1945 nahm Radio Luxembourg seinen gewöhnlichen Sendebetrieb wieder auf.







Weitere Ereignisse aus der Radiogeschichte:

Am 6. Dezember 1923 begann U.S. Präsident Calvin Coolidge als erster Präsident der Vereinigten Staaten damit, eine Kurzansprache über das Radio zu verbreiten.

Am 6. Dezember 2021 übernahm Hit Radio N1 das Programm von Radio Galaxy in ganz Bayern. Oberfranken, Mittelfranken, Aschaffenburg, Amberg/Weiden, Kempten/Allgäu, Ingolstadt, Rosenheim, Passau, Landshut, Augsburg und München hören seitdem ein Programm aus dem Funkhaus Nürnberg.


Nekrolog:

 

Am 6. Dezember 1998 starb der deutsche Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher Max Eckard im Alter von 84 Jahren.

 

Am 6. Dezember 2002 starb der deutsche Journalist Gerhard Löwenthal kurz vor seinem 80. Geburtstag in Wiesbaden.

 

Am 6. Dezember 2005 starb der deutsche Kabarettist, Autor und Hörfunkmoderator Hanns Dieter Hüsch  (Hanns Dieter Hüschs Gesellschaftsabend, 1973–2001 auf SR) 80-jährig in Windeck-Werfen.

 

Quellen:

CD: 1945 – Kapitulation und Wiederaufbau (Deutsches Rundfunkarchiv)

Radio.about.com (nicht mehr online)

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der 24. Oktober in der Geschichte des Radios:

Am 24. Oktober 1923 proklamierte der deutsche Reichspostminister die "Einführung eines Unterhaltungs-Rundfunks". Vallée (Mitte) mit  Olsen u. Johnson Am  24. Oktober 1929  strahlte NBC die erste Folge der " Fleischmann's Yeast Hour " (in deutscher Übersetzung "Fleischmanns Hefe-Stunde") aus. Die Sendung wurde von der NBC-Programmchefin  Bertha Brainard  ins Leben gerufen. Sie überredete den Bandleader und Sänger Rudy Vallée, die Show zu moderieren. Bei den Hörern kam das Konzept so gut an, dass die Show Jahr für Jahr in der Top-5 der meistgehörten Radiosendungen dieser Zeit zu finden war. Gastgeber Vallée scharte einen festen Stamm um sich und moderierte das Musical- und Varieté-Programm    zusammen mit Ole Olsen und Chic Johnson (1932), gefolgt von Tom Howard und George Shelton (1935). In kleineren Funktionen gehörten auch Schauspieler Will Aubrey (1892-1958) und der Charakterdarsteller Henry Armetta (1888-1945) zur Show. Auf Vallées ...

Willkommen im Radio-Almanach

Seit 2014 sammle ich hier Geschichten aus mehr als 100 Jahren Radiogeschichte – für jeden Tag im Jahr ein eigenes Kalenderblatt: 366 Seiten voller Ereignisse, Sender, Pioniere und Kuriositäten rund um den Rundfunk. Jeden Tag erscheint automatisch oben auf dieser Seite das passende Kalenderblatt zum heutigen Datum. Wer stöbern möchte, findet im Register alle 366 Einträge auf einen Blick. Passend dazu gibt es auch einen YouTube-Kanal, auf dem ich – so oft es zeitlich klappt – kurze Videos zu einzelnen Ereignissen der Radiogeschichte zeige. Etwa dieses hier: Viel Freude beim Stöbern in der Geschichte des Radios! Roland

Der 1. August in der Geschichte des Radios:

Am  1. August 1922  wurde in Berlin der „Deutsche Wirtschaftsrundfunk“ offiziell in Betrieb genommen. Die Empfangsgeräte wurden den Teilnehmern nur geliehen, nicht verkauft. Am  1. August 1927  wurde das „Heinrich Hertz-Institut“ für Schwingungsforschung in Berlin-Charlottenburg gegründet. Am  1. August 1928  eröffnete die Kuomintang-Partei im vorkommunistischen China die „ Central Broadcasting Station “. Fünf Jahre später wird der 75-kW-Kurzwellensender in Betrieb genommen. 1932 gehören ganz China und ein großer Teil von Asien zum Empfangsgebiet. Am 1. August 1934 startete der „Schweizerische Kurzwellendienst“ . Die „Schweizerische Rundspruchgesellschaft“ mietet für eine einmalige Sendung den Völkerbundsender in Prangins. Ein auf Stahlband aufgezeichnetes Programm vom „Studio Bern“ wurde nach Südamerika ausgestrahlt. Am 1. August 1935 begann der portugiesische Staatssender „Emissora Nacional de Radiodifusao“ in Lissabon mit r...