Der 26. Dezember in der Geschichte des Radios:
Am 26. Dezember 1933 erhielt der US-amerikanische Elektroingenieur und
Erfinder Edwin Howard Armstrong vier
Patente zur Technik der Frequenzmodulation.
Ein großes Problem
der damaligen Technik war die Anfälligkeit der benutzten Amplitudenmodulation
für atmosphärische Störungen auf dem Übertragungsweg. David Sarnoff, der
Präsident von RCA, hatte schon früh gegenüber Armstrong erwähnt, er möge doch
eine "kleine schwarze Kiste" entwickeln, die die statischen Störungen
beim AM-Empfang entfernen könne.
Armstrong erkannte,
dass er diesem Problem nur mit einer anderen Modulationsart beikommen konnte.
Alle Methoden, statische Störungen aus dem AM-Signal zu filtern, führten zu
einer weitgehenden Verstümmelung des Signals. Armstrongs Überlegungen mündeten
in der Entwicklung der Breitband-Frequenzmodulation
(FM). Bei diesem Modulationsverfahren
wird die Trägerfrequenz
durch das zu übertragende Signal verändert. Er stellte fest, dass ein gegenüber
AM-Rundfunk auf Mittelwelle fünffach breiteres FM-Signal eine Tonübertragung
ermöglicht, die dem Frequenzumfang des menschlichen Gehörs entsprach. Damit war
Breitband-FM geboren.
Die
Frequenzmodulation ermöglicht gegenüber der Amplitudenmodulation
einen höheren Dynamikumfang des Informationssignals. Weiterhin ist sie weniger
anfällig gegenüber Störungen.
FM ermöglicht eine
qualitativ gute, störungsarme drahtlose Übertragung von Hörfunkprogrammen. Sie
wird auch für den Fernsehton und oft auch beim Sprechfunk genutzt. Während bei
AM auch durch einen schmalbandigen Filter das Signal nicht ganz vom Rauschen getrennt
werden kann, ist es beim FM-Empfänger trotz des breitbandigen Filters möglich,
die Qualität wesentlich zu verbessern
Durch die erste
Anwendung von FM beim UKW-Hörfunk kam es vor allem im englischsprachigen
Bereich zur technisch unkorrekten Gleichsetzung der Begriffe FM und UKW.
Weltweit wird
UKW-Rundfunk im VHF-Band II zwischen 87,5 MHz und 108,0 MHz
betrieben. In manchen Ländern werden nur Teilbereiche davon genutzt. Lediglich
Japan und einige Länder des ehemaligen Ostblocks verwenden teilweise andere
Frequenzbereiche
Versuche,
Radioübertragungen über UKW zu verbreiten, gab es schon vor Armstrongs
Patenten. So fand 1925 zwischen Jena und Kahla die erste UKW-Übertragung der
Welt durch Professor Abraham
Esau statt.
Foto: U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration (PD)
Weitere
Ereignisse aus der Radiogeschichte:
Am
26. Dezember 1948 strahlte der BBC Home Service zu Ehren von John Reith,
1922–1938 erster Generaldirektor der BBC, die erste Ausgabe der jährlichen
Vorlesungsreihe Reith Lectures aus. In der ersten Ausgabe
sprach Bertrand
Russell zum Thema „Authority and the Individual“.
 |
Alice Frost
verkörperte
die Titelrolle der Big Sister
|
Am 26. Dezember 1952 strahlte CBS Radio die letzte
Folge der Radio-Soap "Big Sister" aus. Die Sendung war seit
17 Jahren auf Sendung (Erstsendung 14. September 1936).
Foto: CBS-Columbia
Broadcasting System [Public Domain], via Wikimedia Commons.
Am
26. Dezember 1954 wurde die Radioserie "The Shadow"
abgesetzt.
Am
26. Dezember 1958 strahlte der "Sender Freies Berlin"
die erste deutsche Stereofonie-Versuchssendung aus.
Am
26. Dezember 1965 wurde Beatle Paul McCartney von dem
Piratensender "Radio Caroline" interviewt.
Am
26. Dezember 1993 wurde auf Ö1
die letzte Folge des Radiofeuilletons Der
Schalldämpfer ausgestrahlt.
Geburtstage:
Nekrolog:
Am
26. Dezember 1966 starb der britische
Schauspieler, Hörspielsprecher und Drehbuchautor Kim Peacock
65-jährig in Emsworth, Hampshire (England). Er sprach u. a. in
10 Hörspiel-Mehrteilern um den Detektiv Paul Temple bei
der BBC die
Titelrolle.
Am
26. Dezember 1974 starb der US-amerikanische Vaudevilleartist, Entertainer und Schauspieler Jack Benny
80-jährig in Beverly Hills. Benny zählte zu den führenden Entertainern in den
USA im 20. Jahrhundert. Während der 1940er und 1950er Jahre übte er maßgeblichen
Einfluss auf die Entwicklung des Genres Sitcom aus.
Am
26. Dezember 1982 starb der österreichische
Kabarettist und Schauspieler Maxi Böhm
66-jährig in Wien. Böhm moderierte die ersten Quizsendungen in der
österreichischen Hörfunkgeschichte und wurde in den 1960er und frühen 1970er
Jahren einem breiten Publikum als Mitglied des Simpl-Ensembles in den vom ORF
ausgestrahlten Simplrevuen bekannt.
Am
26. Dezember 1986 starb der deutsche
Schauspieler Herwig Walter 75-jährig in Abenberg bei Nürnberg.
Am 26. Dezember 1999 starb der holländische Radio-
und Fernsehmoderator Kees Schilperoort. Unter anderem war er
Programmchef des Senders KRO.
Am 26. Dezember 2004 starb der Rundfunkjournalist
und Radiosprecher, Dick Petrik im Alter
von 76 Jahren. Petrik war der erste Leiter der Nachrichtenredaktion des Senders
KOEL, Oelwein, und blieb 41 Jahre auf diesem Posten.
Quellen:
Gijsbert
Hinnen: Internationale Rundfunk-und Fernseh-Chronik (nicht mehr online)
Radio.about.com (nicht mehr online)
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