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Der 20. Oktober in der Geschichte des Radios:



Am 20. Oktober 1906 führte Dr. Lee De Forest das Audion vor, heute unter der Bezeichnung "Triode" bekannt. Mit dieser gasgefüllten Röhre ließ sich die Sprache beim Radioempfang verstärken. De Forest hielt das Gas für einen wesentlichen Teil des Systems. 1912 zeigten andere Ingenieure jedoch, dass die gleiche Triode im vollkommenden Vakuum viel höhere Leistungen erbringen konnte.

Lee De Forest  gilt als einer der Väter des Elektronikzeitalters und bezeichnete sich selbst als "Vater des Radios". Er promovierte 1899 in Yale mit einer Doktorarbeit über Radiowellen und entwickelte einen drahtlosen Telegrafenempfänger. 1902 gründete er die "De Forest Wireless Telegraph Company", aber wie viele andere seiner späteren Firmen scheiterte das Unternehmen an seinen mangelhaften kaufmännischen Fähigkeiten.

De Forest war überaus kreativ und ambitioniert, aber er erkannte oft nicht das wirtschaftliche Potenzial, das in seinen Erfindungen steckte. Während er an der Weiterentwicklung der drahtlosen Telegrafie arbeitete, erfand er das Audion.

De Forests Leben war geprägt von Patentstreitigkeiten, Insolvenzen und vier Ehen. Für ihn waren das Radio und später auch das Fernsehen Medien, die helfen sollten, die kulturelle Vielfalt der USA in alle Haushalte zu bringen. Er ging auch selbst on air - zuerst 1907 mit einem Gespräch zur Frauenrechtsbewegung. 1910 strahlte er mit Aufnahmen von Enrico Caruso das erste Musikprogramm aus. 1916 baute er in seinen Nachrichtensender die erste Radiowerbung ein - für seine eigenen Produkte - und berichtete über die Präsidentschaftswahlen.

In den zwanziger Jahren arbeitete er am Tonfilm und verbesserte die Arbeit von deutschen Erfindern.
De Forest gründete die De Forest Phonofilm Corporation, konnte aber zu dieser Zeit niemanden in Hollywood für seine Erfindung interessieren. Einige Jahre später entschied sich Hollywood für ein anderes Aufnahmesystem, kam aber später auf die von De Forest entwickelte Technik zurück.
1959/1960 erhielt er einen Oscar für „seine bahnbrechende Erfindung, die den Ton in die bewegten Bildern brachte“, und einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Foto: PD



Weitere Ereignisse aus der Radiogeschichte:

Am 20. Oktober 1930 startete die Hörspiel-Krimiserie "Adventures of Sherlock Holmes" auf dem NBC Radio Network.

Am 20. Oktober 1947 wurden die Rechte für drei Jahre an der "World Series", dem Finale der US-amerikanischen Baseball-Profiligen, für den damals unvorstellbar hohen Betrag von 475,000 US-Dollar verkauft.

Am 20. Oktober 1973 kaufte die Family Station Inc. den Kurzwellensender WNYW, änderte das Rufzeichen in WYFR und verlagerte den Standort aus New York nach Scituate, Massachusetts.

Geburtstag:

Am 20. Oktober 1907 erblickte die US-amerikanische Schauspielerin und Radio-Talkmasterin Arlene Francis in Boston, Massachusetts das Licht der Welt.


Am 20. Oktober 1943 wurde der deutsche Schauspieler und Moderator Carlo von Tiedemann geboren (+8. Juni 2025). Ab 1971 arbeitete er für den Norddeutschen Rundfunk. Von Tiedemann gestaltete verschiedene Radiosendungen des Senders. Unter anderem moderierte er auf NDR 90,3. Für das Publikum stand sein Name in erster Linie mit zahlreichen Fernsehshows in Verbindung.


Foto: Axel Hindemith - AxelHH at de.wikipedia [Public Domain], from Wikimedia Commons.




Nekrolog:

Am 20. Oktober 2007 starb der britische Radiomoderator Alan Coren im Alter von 69 Jahren. Seine Hörer kannten ihn als Teamleiter der langjährigen BBC Quizsendung "Call My Bluff". Außerdem moderiert er 32 Jahre lang "The News Quiz" auf Radio 4.

Am 20. Oktober 2012 starb der langjährige Nachrichtensprecher des ORF (1971–2002) und Wissenschaftsjournalist, Josef Wenzel Hnatek 68-jährig in Wien.

 

Quellen:

 

Radio.about.com (nicht mehr online)

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