Direkt zum Hauptbereich

Der 1. Oktober in der Geschichte des Radios:




Am 1. Oktober 1924 sendete die Radioverkehrsgesellschaft RAVAG zum ersten Mal. Der offizielle Sendebetrieb begann in einem provisorischen Studio im Wiener Heeresministerium am Stubenring. 20.000 Österreicher hörten zu - damals noch über Kopfhörer, weil es noch keine Radioempfänger mit eingebautem Lautsprecher gab.

Am 1. Oktober 1937 strahlte Radio Schweden erstmals die Nachrichtensendung Dagens eko (deutsch: „Echo des Tages“) aus.

 

Am 1. Oktober 1939 wurde zum ersten Mal das Wunschkonzert für die Wehrmacht, das sich an Wehrmachtssoldaten und deren Angehörige wendete, von allen Reichssendern ausgestrahlt.


Am 1. Oktober 1947 begann in der Olympia-Halle in London die erste britische Nachkriegs-Funkausstellung. Sie dauerte bis zum 11. Oktober.

Am 1. Oktober 1948 schlug die Geburtsstunde des "Danish Shortwave Service". An diesem Tag nahm "Radio Denmark" in Herstedvester den neuen 50-kW-Kurzwellensender von "Standart Electrics" in Betrieb. Damals wurde mehrsprachig in Dänisch, Englisch und später auch in Spanisch gesendet. Heute gibt es den  Kurzwellendienst nur noch in der Landessprache.

Am 1. Oktober 1952 gab die Radiokommission der Alliierten Hohen Kommission dem "NWDR" die Erlaubnis, Versuchssendungen auf Langwelle auszustrahlen.

Am 1. Oktober 1960 nahm der von der DDR als Geheimsender geschaffene Deutsche Soldatensender 935 seinen Betrieb auf. Er sollte die Soldaten der Bundeswehr ideologisch beeinflussen.

 

Am 1. Oktober 1967 gab der neu bestellten ORF-Generalintendant Gerd Bacher den Startschuss der Rundfunkreform. An diesem Tag wurden die drei bisherigen Hörfunkketten des ORF in Ö1 (Kultur, klassische Musik), Ö3 (Popwelle) und ÖR (Unterhaltung, regionale Berichterstattung) umbenannt.


Am 1. Oktober 1967 strahlte der österreichische Rundfunksender Ö3 die erste Folge der bis 1995 laufenden Reihe Die Musicbox aus.

 

Am 1. Oktober 1976 bezog der Bayerische Rundfunk (BR) den Hauptsitz in der Münchener Arnulfstraße keine 100 Meter vom ehemaligen Hauptsitz am Rundfunkplatz.


Am 1. Oktober 1979 nahm das RKO Radio Network den Betrieb auf. Das satellitengestützte System war der erste neue Radio-Senderverbund in den Vereinigten Staaten seit 40 Jahren.

Am 1. Oktober 1979 ging SDR3 als durchgängiges Popradio auf Sendung. Das Radio für den wilden Süden war bis 1998 das Pop- und Jugendradio des Süddeutschen Rundfunks (SDR) in Stuttgart. Sein Nachfolger ist SWR3, das dritte Hörfunkprogramm des Südwestrundfunks.

Am 1. Oktober 1987 wurde Woody Allens Film "Radio Days" in Deutschland uraufgeführt.

Ab dem 1. Oktober 1991 begann der Sender WJFK-AM in Baltimore mit der Ausstrahlung der Howard Stern Radioshow.

Voice of Peace (Fair Use)
Am 1. Oktober 1993 sendete Voice of Peace zum letzten Mal. Der Piratensender strahlte sein Programm in internationalen Gewässern des Mittelmeers von Bord eines Schiffes aus. Mit einem ausgewogenen Musikprogramm warb der Sender 20 Jahre lang für Frieden und Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern. Finanziell unterstützt wurde er unter anderem von John Lennon.

Am 1. Oktober 1999 stellte der auf elektronische Tanzmusik spezialisierte deutsche Radiosender Evosonic den Betrieb ein.

 

Am 1. Oktober 2003 musste der US-amerikanische Radiomoderator, Talkmaster und Reporter Rush Limbaugh seine Stelle als Sportkommentator beim Fernsehsender ESPN auf Grund rassistischer Äußerungen aufgeben.

 

Am 1. Oktober 2004 feierte Österreich achtzig Jahre Radio.

 

Am 1. Oktober 2005 wurde der Betrieb von hr-klassik nach gerade einmal sieben Jahren aus Kostengründen eingestellt. Die Frequenzen des Programms wurden auf die anderen Wellen des Hessischen Rundfunks (überwiegend hr2) verteilt.

 

Am 1. Oktober 2009 fasste der Bayerische Rundfunk die Klassik-Angebote unter der neu geschaffenen Dachmarke BR-Klassik zusammen.

 

Am 1. Oktober 2017 erhielten sämtliche Ö1-Sendungen neue Signationen. Die 100, oft nur wenige Sekunden langen Einzelkennungen wurden von Christian Muthspiel komponiert und vom Radio-Symphonieorchester eingespielt. Anlass war der 50. Geburtstag des Senders. Nach den von Werner Pirchner 1994 komponierten Kennungen war es die zweite großflächige akustische Neugestaltung von Ö1.


Nekrolog:

Am 1. Oktober 2005 starb der frühere Unterhaltungschef von SR 1 Hermann Stümpert im Alter von 56 Jahren. Er galt als einer der Pioniere des Pop-Radios. Nach zwölf Jahren mit verschiedenen Tätigkeiten beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk wechselte er 1986 zu den Privaten und baute mit Radio Schleswig-Holstein (RSH) den ersten landesweiten Privatradiosender auf.
Er war Gesellschafter der Deutschen Radio Holding REGIOCAST, Gründungsprogrammchef zahlreicher Radiosender in Deutschland und arbeitete seit Mitte der 90er Jahre als Berater sowie als Gesellschafter neuer Stationen im In- und Ausland.
Hermann Stümpert galt als „Grandseigneur“ des Privatfunks in Deutschland. Kurz vor seinem Tod veröffentlichte er das Buch  „Ist das Radio noch zu retten?“. Dabei plädierte er für wieder mehr journalistische Inhalte und eine größere musikalische Vielfalt in den modernen Pop-Programmen.

Am 1. Oktober 2012 starb der deutsche Comedian und Schauspieler Dirk Bach 51-jährig in Berlin.


Quellen:

Gijsbert Hinnen: Internationale Rundfunk- und Fernseh-Chronik (nicht mehr online)
Radio.about.com (nicht mehr online)

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der 24. Oktober in der Geschichte des Radios:

Am 24. Oktober 1923 proklamierte der deutsche Reichspostminister die "Einführung eines Unterhaltungs-Rundfunks". Vallée (Mitte) mit  Olsen u. Johnson Am  24. Oktober 1929  strahlte NBC die erste Folge der " Fleischmann's Yeast Hour " (in deutscher Übersetzung "Fleischmanns Hefe-Stunde") aus. Die Sendung wurde von der NBC-Programmchefin  Bertha Brainard  ins Leben gerufen. Sie überredete den Bandleader und Sänger Rudy Vallée, die Show zu moderieren. Bei den Hörern kam das Konzept so gut an, dass die Show Jahr für Jahr in der Top-5 der meistgehörten Radiosendungen dieser Zeit zu finden war. Gastgeber Vallée scharte einen festen Stamm um sich und moderierte das Musical- und Varieté-Programm    zusammen mit Ole Olsen und Chic Johnson (1932), gefolgt von Tom Howard und George Shelton (1935). In kleineren Funktionen gehörten auch Schauspieler Will Aubrey (1892-1958) und der Charakterdarsteller Henry Armetta (1888-1945) zur Show. Auf Vallées ...

Radio-Geschichte. 8. Dezember

Der 8. Dezember in der Geschichte des Radios: Am 8. Dezember 1980 strahlte das RKO Radio Network das letzte Interview mit dem Ex-Beatle John Lennon aus. Dave Sholin , ein Radiomoderator aus San Francisco und Radioproduzent Ron Hummel hatten es wenige Stunden vor Lennons Ermordung mit ihm geführt. Die beiden hatten gemeinsam schon mehrere Sondersendungen zu Musikthemen gestaltet. Dieser 8. Dezember war für John Lennon angefüllt mit Terminen. Zunächst war die Fotografin Annie Leibowitz ins Dakota Building gekommen, um Fotos von John für das " Rolling Stone "-Magazin zu schießen. Nachdem sie gegen 15 Uhr 30 die Wohnung der Lennons verlassen hatte, führte Dave Sholin das Radiointerview mit John, welches sein letztes werden sollte. Gegen 17 Uhr 40 verließen John und Yoko das Gebäude. Vor dem Haus ließ sich Lennons späterer Mörder Mark David Chapman eine Schallplatte von ihm signieren und wurde in diesem Moment von einem anderen Fan gemeinsam mit Lennon fotografiert. C...

Radio-Geschichte. 6. März:

Der 6. März in der Geschichte des Radios: Am  6. März 1944  sendete das  Lux Radio Theatre  auf CBS die Hörspielfassung des Films „ The Letter “ mit Bette Davis, Vincent Price und Herbert Marshall. In den ersten beiden Staffeln sendete das „Lux Radio Theatre“ bekannte Broadway-Stücke, später kamen Radio-Adaptionen bekannter Kinofilme hinzu. Das war sinnvoll, denn damals gab es  kein Fernsehen und erst keine Möglichkeit privater Videoaufzeichnungen.  Filme, die nicht mehr im Kino gezeigt wurden, waren weg und unerreichbar. Das Radio brachte sie wieder zurück und erzeugte Bilder in den Köpfen der Hörer. Dabei gab es sogar einige Zuschauer, denn die Stücke wurden in einem Theater live vor einem Publikum gezeigt und gesendet. Über 20 Jahre lang war „Lux Radio Theatre“ die beliebteste Dramaserie im Radio. Mitte der 50er Jahre kam sie als „Lux Video Theatre“ ins Fernsehen. Foto:  Macfadden Publications (pages 54, 55 Radio Mirror) [Public Domain...