Am 8. Juli 1922
wurde in St. Johns, der Hauptstadt von Neufundland, für kurze Zeit die Station
„VOS“ aktiv. 1924 nahm ein kirchlicher Sender mit dem
Rufzeichen „VCWR“ den regelmäßigen Betrieb auf.
Am 8. Juli 1923
startete die niederländische Rundfunkorganisation „Hilversumsche
Draatlooze Omroep“ (HDO) über die Sendeanlagen der „Nederlandsche
Seintoestellen Fabriek“ mit einem allgemeinen Rundfunkprogramm (politisch
und religiös neutral). Kurz nach dem Start wurde die „HDO“ in
„Algemeene Nederlandsche Omroep Vereeniging“ umbenannt. Nach der
Fusion mit der „Nederlandsche Omroep Vereniging“ wurde unter der
heutigen Bezeichnung „Algemeene Vereniging Radio Omroep“ (AVRO)
weitergefahren. Gründer und Inspirator der „AVRO“ war Willem Vogt.In
einem SD-Bericht vom 8. Juli 1943 spiegelte sich die zunehmende Skepsis
wider, mit der die deutsche Bevölkerung auf die propagandistischen
Anstrengungen ihrer Führer reagierte. Hier heißt es zum Beispiel, dass »gewisse
Vorurteile, z. B. die Ansicht, dass die Propaganda nicht oder nur einen Teil
der Wahrheit sage, […] sich in weiten Teilen des Volkes regelrecht festgesetzt«
habe (Meldungen 1984, Bd. 14, S. 5446). Auch wenn genaue Angaben fehlen,
vermittelt der SD-Bericht vom 8. Juli 1943 einen Eindruck von der
Bedrohung, die das Abhör-Problem für die nationalsozialistische Regierung
darstellte (Quelle: Sonja Valentin: Steine in Hitlers Fenster).
Am 8. Juli 1945 übernahm die US-Militärregierung offiziell die Verwaltung
von Stuttgart und zugleich begann Radio Stuttgart, eigene Sendungen auszustrahlen.
Die Grenzen der amerikanischen Besatzungszone bestimmten auch die des Sendegebiets.
Die inhaltlichen Kernvorgaben der Amerikaner waren die Ausmerzung nationalsozialistischen und militaristischen Gedankenguts und die Verbreitung (amerikanischer) demokratischer Wert- und Politikvorstellungen. Weiterhin sollten die Deutschen davon überzeugt werden, dass sie die Kriegsfolgen selbst zu verantworten hatten, sowie falsche Gerüchte unterbunden werden.
Die Kontrolloffiziere hatten keine leichte Aufgabe. Sie mussten in einer Gesellschaft, die von zwölf Jahren Diktatur geprägt war, ein funktionierendes demokratisches Klima erzeugen. Hier fanden sich die Besatzer in einer Rolle, die ihrem eigenen Verständnis von Demokratie widersprach: Sie übten die Kontrolle auf ein Medium aus, mit dem Ziel, eine freie, nicht kontrollierte Medienlandschaft zu schaffen. Nur unter Berufung auf ihre eigene amerikanische demokratische Tradition konnten sie ihr Selbstverständnis formulieren: Radio Stuttgart war zunächst ein amerikanischer Sender für besetzte Deutsche.
Dennoch war es bereits im Juli 1945 erklärtes Ziel der Amerikaner, auch deutsche Sprecher an die Mikrophone zu lassen, weil diese die Mentalität ihrer Landsleute am besten einschätzen konnten. Die verantwortlichen US-Offiziere wollten die Eigeninitiative der Deutschen ankurbeln und sich auf eine reine Kontrollfunktion zurückziehen.
Bei Radio Stuttgart waren in den Aufbaujahren viel mehr junge Mitarbeiter beschäftigt als bei den anderen Stationen in Deutschland; oft hatten sie keinerlei journalistische Erfahrung, wurden aber so gut ausgebildet, dass viele von ihnen später eine journalistische Laufbahn einschlugen.
Der Aufbau eines Senders in der französischen Zone verzögerte sich. Daher durften die Franzosen bis Februar 1946 Nachrichten und Ankündigungen auf Radio Stuttgart senden.
Robert Heinze hat im Dezember 2004 eine gute Magisterarbeit über diese Zeit verfasst. Auf 109 Seiten beleuchtet er die Geschichte des Rundfunks in der Weimarer Republik und im 3. Reich.
Am
8. Juli 1966 beschloss der österreichische
Nationalrat das Rundfunkgesetz.
Quellen:
Gijsbert
Hinnen: Internationale Rundfunk- und Fernseh-Chronik (nicht mehr online)
SWR-Radiochronik 1924 - 2010
Magisterarbeit von Robert Heinze
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