Direkt zum Hauptbereich

Der 3. Juli in der Geschichte des Radios:




Am 3. Juli 1951 erlangte Helmut Qualtinger  internationale Popularität, als er es schaffte, eine Zeitungsente zu lancieren, in der der Wienbesuch des berühmten Eskimodichters Kobuk mit seinem Schlittenhundroman Heia Musch Musch angekündigt wurde. Zahlreiche Reporter versammelten sich am Wiener Westbahnhof. Dem Zug entstieg statt des erwarteten Gastes Helmut Qualtinger mit Pelzmantel und -mütze. Von einem Radioreporter nach seinem ersten Eindruck von Wien befragt, antwortete er: „Haaß is’“ (heiß ist’s).


Am 3. Juli 1961 moderierte Dan Ingram seine erste Sendung bei WABC-AM, New York. Der damals 26-jährige DJ löste Chuck Dunaway am Mikrofon dieser Sendung ab.

Ingram war einer der bemerkenswertesten DJs dieser Epoche. „Big Dan“ zeichnete sich durch schnelles Reaktionsvermögen und Schlagfertigkeit aus. In knappen Worten brachte er eine Meldung meist humorvoll auf den Punkt. Damit setzte er Standards für die Sprechweise von Radiomoderatoren in kommerziellen Musikstationen, die heute jeder Radiosprecher beherrschen muss.

Ingram soll auch der Erfinder des Ramptalks sein. Hier spricht der Moderator auf die ersten Takte eines Musikstückes und beendet seinen Text kurz vor dem Punkt, an dem die Sängerin oder der Sänger einsetzt.

Am 9. November 1965 ging Dan Ingram in die Geschichte ein. Beim großen Stromausfall in New York und Nordamerika mussten etwa 30 Millionen Menschen in einem Gebiet von ca. 207 000 km² bis zu zwölf Stunden ohne Stromversorgung ausharren. Die Hälfte aller Radiostationen fiel aus, weil die Sender nicht über eine Notstromversorgung verfügten.

Während seiner Sendung bei WABC fiel Ingram auf, dass die Plattenspieler zu langsam liefen. Die Geräte benutzten normalerweise die Netzfrequenz von 60 Hz, um den Gleichlauf zu gewährleisten. Obwohl die Spannung zunächst noch normal war, verursachte die Überlastung im Versorgungsnetz ein Absinken der Frequenz zunächst auf 56 Hz und dann auf 51 Hz. Dadurch liefen die Plattenspieler langsamer als sonst, was deutlich zu hören war. Ingram moderierte bis zu den Nachrichten, dann wurde die Stromversorgung langsam schwächer bis zum völligen Erliegen. 

Wer mehr von Dan Ingram hören möchte, wird bei Musicradio77 fündig.
Auch bei YouTube sind viele Clips zu finden. 

Nekrolog:

Am 3. Juli 1989 starb der US-amerikanische Schauspieler und Synchronsprecher Jim Backus 76-jährig in Los Angeles.

Quellen:

Deitz, Corey (2003-06-20). „Dan Ingram Departs WCBS-FM“

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der 24. Oktober in der Geschichte des Radios:

Am 24. Oktober 1923 proklamierte der deutsche Reichspostminister die "Einführung eines Unterhaltungs-Rundfunks". Vallée (Mitte) mit  Olsen u. Johnson Am  24. Oktober 1929  strahlte NBC die erste Folge der " Fleischmann's Yeast Hour " (in deutscher Übersetzung "Fleischmanns Hefe-Stunde") aus. Die Sendung wurde von der NBC-Programmchefin  Bertha Brainard  ins Leben gerufen. Sie überredete den Bandleader und Sänger Rudy Vallée, die Show zu moderieren. Bei den Hörern kam das Konzept so gut an, dass die Show Jahr für Jahr in der Top-5 der meistgehörten Radiosendungen dieser Zeit zu finden war. Gastgeber Vallée scharte einen festen Stamm um sich und moderierte das Musical- und Varieté-Programm    zusammen mit Ole Olsen und Chic Johnson (1932), gefolgt von Tom Howard und George Shelton (1935). In kleineren Funktionen gehörten auch Schauspieler Will Aubrey (1892-1958) und der Charakterdarsteller Henry Armetta (1888-1945) zur Show. Auf Vallées ...

Radio-Geschichte. 8. Dezember

Der 8. Dezember in der Geschichte des Radios: Am 8. Dezember 1980 strahlte das RKO Radio Network das letzte Interview mit dem Ex-Beatle John Lennon aus. Dave Sholin , ein Radiomoderator aus San Francisco und Radioproduzent Ron Hummel hatten es wenige Stunden vor Lennons Ermordung mit ihm geführt. Die beiden hatten gemeinsam schon mehrere Sondersendungen zu Musikthemen gestaltet. Dieser 8. Dezember war für John Lennon angefüllt mit Terminen. Zunächst war die Fotografin Annie Leibowitz ins Dakota Building gekommen, um Fotos von John für das " Rolling Stone "-Magazin zu schießen. Nachdem sie gegen 15 Uhr 30 die Wohnung der Lennons verlassen hatte, führte Dave Sholin das Radiointerview mit John, welches sein letztes werden sollte. Gegen 17 Uhr 40 verließen John und Yoko das Gebäude. Vor dem Haus ließ sich Lennons späterer Mörder Mark David Chapman eine Schallplatte von ihm signieren und wurde in diesem Moment von einem anderen Fan gemeinsam mit Lennon fotografiert. C...

Radio-Geschichte. 6. März:

Der 6. März in der Geschichte des Radios: Am  6. März 1944  sendete das  Lux Radio Theatre  auf CBS die Hörspielfassung des Films „ The Letter “ mit Bette Davis, Vincent Price und Herbert Marshall. In den ersten beiden Staffeln sendete das „Lux Radio Theatre“ bekannte Broadway-Stücke, später kamen Radio-Adaptionen bekannter Kinofilme hinzu. Das war sinnvoll, denn damals gab es  kein Fernsehen und erst keine Möglichkeit privater Videoaufzeichnungen.  Filme, die nicht mehr im Kino gezeigt wurden, waren weg und unerreichbar. Das Radio brachte sie wieder zurück und erzeugte Bilder in den Köpfen der Hörer. Dabei gab es sogar einige Zuschauer, denn die Stücke wurden in einem Theater live vor einem Publikum gezeigt und gesendet. Über 20 Jahre lang war „Lux Radio Theatre“ die beliebteste Dramaserie im Radio. Mitte der 50er Jahre kam sie als „Lux Video Theatre“ ins Fernsehen. Foto:  Macfadden Publications (pages 54, 55 Radio Mirror) [Public Domain...