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Der 29. April in der Geschichte des Radios:


J. Anthony Smice in den
1930er Jahren

Am 29. April 1932 hatte die Hörspielserie „One Man's Family“ ihre Premiere auf dem CBS Radio Network. Die Radiosoap schrieb Geschichte, weil sie über fast drei Jahrzehnte hinweg die am längsten ununterbrochen ausgestrahlte Seifenoper war.
Auch der Sprecher der Hauptfigur, des Familienvaters Henry Barbour, blieb 27 Jahre lang derselbe: J. Anthony Smythe.
Neben der Radioserie gab es auch Fernsehversionen, die von 1949 bis 1952 und von 1954 bis 1955 ausgestrahlt wurden.

Foto:  Romaine, S.F. (Public Domain via Wikimedia Commons)

Am 29. April 1940 sendete das CBS Radio Network erstmals die Hörspielserie „Young Dr Malone. Die erste Staffel war vom 20. November 1939 bis zum 26. April 1940 über das NBC Blue Network verbreitet worden.

Foto: Paul Brennan
Am 28. April 1947 strahlte CBS erstmals „Studio One“ aus.Fletcher Markle startete die 60-minütige CBS-Radioserie mit einer Adaption von Malcolm Lowrys Buch „Unter dem Vulkan“. Die Serie wurde dienstags um 21.30 Uhr Eastern Time neben Fibber McGee and Molly und der Bob Hope Show ausgestrahlt und lief bis zum 27. Juli 1948.

Die Reihe blieb ein Jahr lang fester Programmbestandteil der Senderkette. Studio One adaptierte die großen Stoffe der Gegenwartskultur dieser Zeit: Kurzgeschichten, Romane, Filme und Theaterstücke wurden zu Hörspielen umgearbeitet und für ein großes Radiopublikum aufgearbeitet. Zu hören waren Vertonungen von u. a. „Dodsworth“, „Stolz und Vorurteil“, „Der rote Kampfhahn“ und „Ach, Wildnis“. In dieser Serie waren Top-Darsteller zu hören, darunter John Garfield, Walter Huston, Mercedes McCambridge, Burgess Meredith und Robert Mitchum. 

CBS Radio erhielt 1947 einen Peabody Award für Studio One, in dem Markles Stoffauswahl und die Authentizität seiner Bearbeitungen „in einer Produktion, die sich in ihren besten Momenten durch Geschmack, Zurückhaltung und Radiohandwerk auszeichnet“, gelobt wurden.

Dass trotz des Erfolges bereits nach einer Staffel das Ende kam, soll damit zusammenhängen, dass Produzent Fletcher Markle sich weigerte, mit großen Hollywoodstars zusammenzuarbeiten. Markle engagierte bewusst keine großen Namen, weil er die Geschichten im Vordergrund sah. Er wollte, dass diese für sich sprachen und nicht durch Stars populär wurden. Viele seiner Sprecher wurden später noch zu großen Stars des Hollywood-Kinos.
Die Hörspiele gehörten zum Besten, was das Radio damals zu bieten hatte.

Hier kann eine der Originalfolgen nachgehört werden.

Das Ende im Radio war aber nicht das Ende der Reihe. Von 1948 bis 1958 wurde die Reihe im Fernsehen ebenfalls bei CBS ausgestrahlt.


Am 29. April 1953 sendete Mutual die erste Radiofassung der Unterhaltungsshow „Coke Time with Eddie Fisher“. Fisher war damit bei NBC-TV im Fernsehen zu sehen.

Am 29. April 1975 wurde das Lied White Christmas als Zeichen der Evakuierung der US-Soldaten aus Saigon im Radio gesendet und gilt als Startschuss der Operation Frequent Wind.

Am 29. April 1981 meldete sich in Chile die Stimme des Volkswiderstands „Radio Liberación“ zum ersten Mal. Eine Gruppe von Oppositionellen besetzte den staatlichen Sender „Radio Portales“ und verlas ihre Botschaft.

Ab dem 29. April 1996 wurde Howard Sterns Radiosendung auch bei KFRR-FM, Fresno, Kalifornien, ausgestrahlt.

Geburtstage:

Abie Nathan
Am 29. April 1927 wurde der israelische Pilot, Friedensaktivist und Radiomoderator Abie Nathan geboren. Er gründete 1973 die Radiostation Voice of Peace („Stimme des Friedens“). Der Piratensender strahlte sein Programm in internationalen Gewässern des Mittelmeers von Bord eines Schiffes aus. Mit einem ausgewogenen Musikprogramm warb der Sender 20 Jahre lang für Frieden und Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern. Finanziell unterstützt wurde er unter anderem von John Lennon. Nach der Unterzeichnung des Osloer Friedensabkommens hielt Nathan die Mission des Senders für erfüllt und stellte den Sendebetrieb ein. 1997 erhielt Abie Nathan den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis.

Foto: Pinn Hans (Israel National Photo Collection) [Public Domain], via Wikimedia Commons

„Bully“ Herbig

Am 29. April 1968 wurde der deutsche Komiker, Schauspieler, Autor und Produzent Michael „Bully“ Herbig in München geboren. Von 1992 - 1994 gehörte er zur Morgenshow bei Radio Gong in München. Damals entstand seine Kurzhörspielserie „Die Bayern-Cops“, die es bis 1996 auf rund 800 Folgen brachte. 1994 wechselte er zu Radio Energy, wo er ein Jahr lang die Morgenshow mitgestaltete. 1997 moderierte er deutschlandweit „Bully's Late Night Show“. Im selben Jahr begann er mit der „Bullyparade“ bei Pro 7 seine Fernsehkarriere.

Foto: ROMY_2012_49_Michael_Herbig.jpg: Manfred Werner (Tsui) derivative work: César (CC BY-SA 3.0), via Wikimedia Commons.



Nekrolog:

 

Am 29. April 2015 ist die deutsche Schauspielerin, Schriftstellerin, Hörspielautorin und -sprecherin bei Radio Bremen, Ruth Bunkenburg 92-jährig in Achim gestorben.

 

Quellen:


Radio.about.com (nicht mehr online)
Gijsbert Hinnen: Internationale Rundfunk- und Fernseh-Chronik (nicht mehr online)

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