Direkt zum Hauptbereich

Radio-Geschichte. 3. Januar

Der 3. Januar in der Geschichte des Radios:

Am 3. Januar 1921 sendete die Station 9XM an der University of Wisconsin–Madison die erste Wettervorhersage.

Am 3. Januar 1929 integrierte William Paley das Columbia Broadcast System in seine Firma.
Es war am 18. September 1927 unter dem Namen Columbia Phonograph Broadcasting System mit einem Verbund von 16 Radiosendern gestartet. (Andere Quellen sprechen von 18, Wikipedia sogar von 47.) Schon zu Beginn des Sendebetriebs 1927 kaufte sich Paleys Vater mit einigen Geschäftspartnern in die Senderkette ein. 

Paley Senior betrieb eine Zigarrenfabrik und wollte das Radio als Werbemedium nutzen, um seine Zigarren zu bewerben, mehr hatte er mit seiner Neuerwerbung nicht vor. Die Rechnung ging auf: Tatsächlich verdoppelte sich der Zigarrenumsatz unter der Leitung seines Sohnes William Paley innerhalb eines Jahres, 1928 erlangte die Familie Paley die unternehmerische Mehrheit an dem Radiosendernetzwerk. Die Verluste, die das Radionetzwerk im ersten Jahr einfuhr, schreckten die Paleys im Gegensatz zu Columbia Records nicht ab. 

Am 18. Januar 1929 kaufte Paley als Kopf einer privaten Investorengruppe der Schallplattenfirma ihre Anteile für 400.000 US-Dollar ab. Aus diesem Grund änderten die Betreiber den Namen in Columbia Broadcasting System, CBS. Die Anzahl der Radiosender wurde auf 114 gesteigert. Während der nächsten neun Jahre waren Columbia Records und CBS unabhängige Firmen ohne Geschäftsbeziehungen. Es war das dritte Radionetzwerk in den USA und hatte bald mehr Teilnehmer als irgendeines der NBC-Netzwerke, obwohl die Signale und damit der Empfang schwächer als bei NBC waren.

Im Jahr 1938 war das Radio der stärkste Sektor in der Unterhaltungsindustrie, während die Schallplattenindustrie noch in der Flaute der großen Depression hängengeblieben war. CBS kaufte seine ehemalige Muttergesellschaft Columbia Records. Ein Höhepunkt dieser Ära war Orson Welles’ Aufsehen erregendes Hörspiel Krieg der Welten (1938) mit der musikalischen Regie von Lud Gluskin, der später musikalischer Leiter im Fernsehbereich des Unternehmens wurde.

Foto:  Harris & Ewing, photographer [Public domain], via Wikimedia Commons.
 
Weitere Ereignisse aus der Radiogeschichte:


Am 3. Januar 1938 sendete das NBC Red Network erstmals "Woman in White". Die Serie aus der Feder der überaus produktiven Autorin, Schauspielerin und Sprecherin Irna Phillips lief zehn Jahre lang.

Am 3. Januar 1950 nahm der "Bayerische Rundfunk" eine UKW-Bergstation auf dem 1838 Meter hohen Wendelstein mit einer Reichweite von etwa 200 km in Betrieb. Um 13.30 Uhr wurde der 1 kW-Sender auf 88,5 MHz eingeschaltet. Kurze Zeit später erfolgten Frequenzwechsel auf 88,9 MHz und 90,0 MHz.

Am 3. Januar 2005 kehrte Adam Carolla mit der "The Adam Carolla Show" in Morgenprogramm zurück. Er war auf vielen CBS Radiostationen zu hören, z. B. bei 97.1 FREE FM in Los Angeles (KLSX-FM), KIFR-FM San Francisco, KSCF-FM San Diego, KZON-FM Phoenix, KUFO-FM Portland und KXTE-FM Las Vegas.

Geburtstage:

Am 3. Januar 1937 wurde der US-amerikanische Fernsehproduzent Glen A. Larson (Ein Sheriff in New York, 1970–1977, Magnum, 1981–1988) in Los Angeles geboren († 2014).

Am 3. Januar 1965 wurde der deutsche Moderator Aiman Abdallah in Bad Kreuznach geboren.

Nekrolog:

Am 3. Januar 1958 ist der deutsche Physiker Alexander Meißner 74-jährig in Berlin gestorben. 1917 hatte er zusammen mit Hans Bredow die ersten Versuche mit Röhrensendern durchgeführt.

Am 3. Januar 2013 ist der österreichische Moderator, Autor und Schauspieler Elmar Gunsch kurz vor seinem 82. Geburtstag  an den Folgen eines Sturzes gestorben.
1957 wurde er Hörfunkmoderator und ging 1961 als Rundfunkjournalist zum Hessischen Rundfunk nach Frankfurt am Main. 1963 berichtete er vom Besuch des US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy in der Frankfurter Paulskirche. Ferner machte er Reportagen für die Sendungen Zeitfunk und Unterwegs in Hessen. Mitte der 1970er Jahre ging er zum Bayerischen Rundfunk, für den er bis in die 1990er Jahre arbeitete. Hier moderierte er zunächst die Sendung Funkpost und ab 1983 die Sendung Das geht ins Ohr, wo er Schlager und Evergreens vorstellte. Von 1980 bis 1983 arbeitete er auch für das deutsche Programm von Radio Luxemburg (RTL) sowie während der 1990er Jahre für den Hörfunksender SWF4 Rheinland-Pfalz.
Wegen seiner markanten, sonoren und weichen Bassstimme erhielt er den Beinamen "The Voice" („Die Stimme“).
Neben seiner Tätigkeit beim Radio war er ein beliebter Moderator von Fernsehsendungen.

Quellen:

Radiojournal
Radio.about.com (nicht mehr online)

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der 24. Oktober in der Geschichte des Radios:

Am 24. Oktober 1923 proklamierte der deutsche Reichspostminister die "Einführung eines Unterhaltungs-Rundfunks". Vallée (Mitte) mit  Olsen u. Johnson Am  24. Oktober 1929  strahlte NBC die erste Folge der " Fleischmann's Yeast Hour " (in deutscher Übersetzung "Fleischmanns Hefe-Stunde") aus. Die Sendung wurde von der NBC-Programmchefin  Bertha Brainard  ins Leben gerufen. Sie überredete den Bandleader und Sänger Rudy Vallée, die Show zu moderieren. Bei den Hörern kam das Konzept so gut an, dass die Show Jahr für Jahr in der Top-5 der meistgehörten Radiosendungen dieser Zeit zu finden war. Gastgeber Vallée scharte einen festen Stamm um sich und moderierte das Musical- und Varieté-Programm    zusammen mit Ole Olsen und Chic Johnson (1932), gefolgt von Tom Howard und George Shelton (1935). In kleineren Funktionen gehörten auch Schauspieler Will Aubrey (1892-1958) und der Charakterdarsteller Henry Armetta (1888-1945) zur Show. Auf Vallées ...

Willkommen im Radio-Almanach

Seit 2014 sammle ich hier Geschichten aus mehr als 100 Jahren Radiogeschichte – für jeden Tag im Jahr ein eigenes Kalenderblatt: 366 Seiten voller Ereignisse, Sender, Pioniere und Kuriositäten rund um den Rundfunk. Jeden Tag erscheint automatisch oben auf dieser Seite das passende Kalenderblatt zum heutigen Datum. Wer stöbern möchte, findet im Register alle 366 Einträge auf einen Blick. Passend dazu gibt es auch einen YouTube-Kanal, auf dem ich – so oft es zeitlich klappt – kurze Videos zu einzelnen Ereignissen der Radiogeschichte zeige. Etwa dieses hier: Viel Freude beim Stöbern in der Geschichte des Radios! Roland

Der 1. August in der Geschichte des Radios:

Am  1. August 1922  wurde in Berlin der „Deutsche Wirtschaftsrundfunk“ offiziell in Betrieb genommen. Die Empfangsgeräte wurden den Teilnehmern nur geliehen, nicht verkauft. Am  1. August 1927  wurde das „Heinrich Hertz-Institut“ für Schwingungsforschung in Berlin-Charlottenburg gegründet. Am  1. August 1928  eröffnete die Kuomintang-Partei im vorkommunistischen China die „ Central Broadcasting Station “. Fünf Jahre später wird der 75-kW-Kurzwellensender in Betrieb genommen. 1932 gehören ganz China und ein großer Teil von Asien zum Empfangsgebiet. Am 1. August 1934 startete der „Schweizerische Kurzwellendienst“ . Die „Schweizerische Rundspruchgesellschaft“ mietet für eine einmalige Sendung den Völkerbundsender in Prangins. Ein auf Stahlband aufgezeichnetes Programm vom „Studio Bern“ wurde nach Südamerika ausgestrahlt. Am 1. August 1935 begann der portugiesische Staatssender „Emissora Nacional de Radiodifusao“ in Lissabon mit r...