Direkt zum Hauptbereich

Radio-Geschichte. 2. Januar

Der 2. Januar in der Geschichte des Radios:

Am 2. Januar 1921 übertrug KDKA in Pittsburgh, Pennsylvania das erste religiöse Programm im Radio. Dr. E.J. Van Etten aus der Calvary Episcopal Church führte durch die Sendung und predigte.

Am 2. Januar 1924 wurde die Ostmarken Rundfunk AG gegründet.

Am 2. Januar 1927 ging in Paris die erste religiöse Hörfunksendung (L'Evanglie par dessus les toîts) über den Äther.

Am 2. Januar 1936 übernahm Bing Crosby die erste Sendung "The Kraft Music Hall" von Paul Whiteman und blieb bis zum 9. Mai 1946 dabei.
Die erste Sendung "The Kraft Music Hall" wurde am 26. Juni 1933  auf der Radio-Senderkette der NBC ausgestrahlt. Damit begann Radiokult erster Güte. 16 Jahre lang - bis 1949 gaben sich in dieser Radiosendung die Topstars der damaligen Zeit die Klinke in die Hand.
Auch in der Geschichte der Rundfunkwerbung nimmt diese Sendung eine Sonderstellung ein. Kraft Foods war der erste Werbekunde, der ein zweistündiges Radioprogramm sponserte. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil die meisten Sendungen damals gerade eine Viertelstunde dauerten, ganz wenige andere kamen auf 30 Minuten.

Kraft wollte mit dieser ersten Sendung sein neues Produkt "Miracle Whip" in den Markt einführen und setzte auf ein modernes und innovatives Musikprogramm. Die Musik stellte Paul Whiteman zusammen. Er war damals das, was wir heute einen Superstar nennen würden. Er hatte ein untrügliches Gespür für neue Trends und Strömungen in der Musik und erkannte rechtzeitig das aufkeimende Jazz-Zeitalter. Seine Entscheidung, in der Kraft Music Hall die besten Jazz Musiker auftreten zu lassen, brachte Jazz, Swing und Blues in der populären Musik einen gewaltigen Schritt nach vorne. Die Besten der Besten ließ er trotzdem nicht spielen. Weil ihm das Management verboten hatte, schwarze Künstler auftreten zu lassen, beschränkte er sich auf Arrangeure und Komponisten.

Am 2. Januar 1936 übernahm Bing Crosby Whitemans Aufgaben. Er füllte eine lange und große Epoche aus, und kein Nachfolger war in der Lage, in seine Fußstapfen zu treten. Edward Everett Horton, Eddie Foy und Frank Morgan moderierten von 1945 bis 1947. Nelson Eddy übernahm die Show im Sommer 1947 und holte 1948 als Co-Moderatorin Dorothy Kirsten ins Boot. Zusammen gestalteten sie das Programm bis zur Einstellung der Sendung 1949. 

Foto: Nelson Eddy  kündigt am 22. September 1949 das Ende der Kraft Musik Hall an. (Lizenz: J. Walter Thompson, ad agency for Kraft, the show's sponsor. PD)


Eine ausführliche Geschichte der Kraft Musik Hall gibt es in der englischsprachigen Wikipedia.

Einige der historischen Sendungen können auf YouTube angehört werden. 

Mehr über Bing Crosby im Radio ist im Bingmagazine nachzulesen.

Foto: Allan Warren [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons


Weitere Ereignisse aus der Radiogeschichte:

Am 2. Januar 1949 begann der Nordwestdeutsche Rundfunk in Hamburg anlässlich des 200. Geburtstages von Johann Wolfgang von Goethe mit der Ausstrahlung der 35teiligen Hörspielreihe Goethe erzählt sein Leben von Hans Egon Gerlach. Mathias Wieman sprach die Titelrolle und führte ab dem vierten Teil auch die Regie. Zuvor hatte Ludwig Cremer die Spielleitung inne.



Am 2. Januar 1959 brach das CBS Radio Netzwerk die Übertragung von vier Radiosoaps ab: "Our Gal Sunday", "This is Nora Drake", "Backstage Wife" und "Road of Life".

Am 2. Januar 1974 ging die BR-Jugendreihe Zündfunk erstmals auf Sendung.


Am 2. Januar 1997 hatte die Howard Stern Radio Show Premiere bei WBZX 99.7 FM in Columbus, Ohio.


Am 2. Januar 2002 wurde erstmals das Glenn Beck Program, eine US-amerikanische Talkradio-Show, ausgestrahlt.

Am 2. Januar 2010 trennte sich der Hörfunksender SWR1 von seinem langjährigen Moderator Frank Laufenberg, der in den Ruhestand ging.

Am 2. Januar 2012 ersetzte der Evangeliums-Rundfunk in seinem Programm ERF Plus die Sendung Durch die Bibel von Pastor Hugo Danker durch die neu produzierte Reihe „Neues Leben. Die Hörbibel“.

„Durch die Bibel“ war von 1996 bis 2011 zu hören. In der Zeit hatten sich nach Angaben des ERF rund 100.000 Hörer aufgrund der Reihe beim Sender gemeldet. Monatlich gingen etwa 250 Reaktionen ein.

Im Februar 2012 kündigte der ERF an, man wolle aufgrund von Hörerwünschen neue Folgen der Sendereihe produzieren und diese unter dem Titel „Das Wort“ „bis spätestens Frühjahr 2013“ wieder ins Programm nehmen.


Nekrolog:


Am 2. Januar 1963 starb der US-amerikanische Schauspieler Dick Powell 58-jährig an Krebs, der wahrscheinlich die Spätfolge einer radioaktiven Kontamination war, die er sich bei den Dreharbeiten zu seinem Film Der Eroberer zugezogen hatte. 
1944 verkörperte Powell als erster Schauspieler die Rolle des hartgesottenen Privatdetektivs Philip Marlowe im Radio. 1945 sprach er den Detektiv Richard Rogue im Radio-Serial "Rogue's Gallery" und von 1949 bis 1953 Richard Diamond im der NBC-Hörspielserie "Richard Diamond, Private Detective".

Am 28. Februar 1952 war Powell in der Radioadaption des Kinofilms "The Bride goes wild" zu hören.

Quellen:

Radio.about.com (nicht mehr online)

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der 24. Oktober in der Geschichte des Radios:

Am 24. Oktober 1923 proklamierte der deutsche Reichspostminister die "Einführung eines Unterhaltungs-Rundfunks". Vallée (Mitte) mit  Olsen u. Johnson Am  24. Oktober 1929  strahlte NBC die erste Folge der " Fleischmann's Yeast Hour " (in deutscher Übersetzung "Fleischmanns Hefe-Stunde") aus. Die Sendung wurde von der NBC-Programmchefin  Bertha Brainard  ins Leben gerufen. Sie überredete den Bandleader und Sänger Rudy Vallée, die Show zu moderieren. Bei den Hörern kam das Konzept so gut an, dass die Show Jahr für Jahr in der Top-5 der meistgehörten Radiosendungen dieser Zeit zu finden war. Gastgeber Vallée scharte einen festen Stamm um sich und moderierte das Musical- und Varieté-Programm    zusammen mit Ole Olsen und Chic Johnson (1932), gefolgt von Tom Howard und George Shelton (1935). In kleineren Funktionen gehörten auch Schauspieler Will Aubrey (1892-1958) und der Charakterdarsteller Henry Armetta (1888-1945) zur Show. Auf Vallées ...

Willkommen im Radio-Almanach

Seit 2014 sammle ich hier Geschichten aus mehr als 100 Jahren Radiogeschichte – für jeden Tag im Jahr ein eigenes Kalenderblatt: 366 Seiten voller Ereignisse, Sender, Pioniere und Kuriositäten rund um den Rundfunk. Jeden Tag erscheint automatisch oben auf dieser Seite das passende Kalenderblatt zum heutigen Datum. Wer stöbern möchte, findet im Register alle 366 Einträge auf einen Blick. Passend dazu gibt es auch einen YouTube-Kanal, auf dem ich – so oft es zeitlich klappt – kurze Videos zu einzelnen Ereignissen der Radiogeschichte zeige. Etwa dieses hier: Viel Freude beim Stöbern in der Geschichte des Radios! Roland

Der 1. August in der Geschichte des Radios:

Am  1. August 1922  wurde in Berlin der „Deutsche Wirtschaftsrundfunk“ offiziell in Betrieb genommen. Die Empfangsgeräte wurden den Teilnehmern nur geliehen, nicht verkauft. Am  1. August 1927  wurde das „Heinrich Hertz-Institut“ für Schwingungsforschung in Berlin-Charlottenburg gegründet. Am  1. August 1928  eröffnete die Kuomintang-Partei im vorkommunistischen China die „ Central Broadcasting Station “. Fünf Jahre später wird der 75-kW-Kurzwellensender in Betrieb genommen. 1932 gehören ganz China und ein großer Teil von Asien zum Empfangsgebiet. Am 1. August 1934 startete der „Schweizerische Kurzwellendienst“ . Die „Schweizerische Rundspruchgesellschaft“ mietet für eine einmalige Sendung den Völkerbundsender in Prangins. Ein auf Stahlband aufgezeichnetes Programm vom „Studio Bern“ wurde nach Südamerika ausgestrahlt. Am 1. August 1935 begann der portugiesische Staatssender „Emissora Nacional de Radiodifusao“ in Lissabon mit r...