Am 29. Oktober 1923 startete in Berlin der erste deutsche Rundfunksender den offiziellen Sendebetrieb. Von 20 bis 21 Uhr meldete sich die „Deutsche Stunde“ mit einem Unterhaltungsprogramm aus dem Vox-Haus, da neben der Reichspost die Vox Schallplatten- und Sprechmaschinen-AG an dem Sender beteiligt war.
Diese Stunde wird als das Geburtsdatum des deutschen Rundfunks betrachtet. Der Sender auf dem Dachboden des Hauses hatte eine Leistung von 0,25 kW und arbeitete auf der Welle 400 m.
Das Signal wurde auf die 30 m lange Reusenantenne übertragen, die zwischen zwei 18 m hohen Masten auf dem Vox-Haus und dem Hotel Esplanade aufgespannt war.
Die BZ am Mittag schrieb am 30.10.1923:
„Drei Minuten vor acht Uhr! Alles versammelt sich im Senderaum. Erwartungsvoll beobachtet man das Vorrücken des Zeigers der Uhr … Acht Uhr! Alles schweigt. In das Mikrofon ertönen die Worte:
Achtung! Hier Sendestelle Berlin Voxhaus, Welle 400. Wir bringen die kurze Mitteilung, dass die Berliner Sendestelle Voxhaus mit dem Unterhaltungsrundfunk beginnt.“
Die Deutsche Stunde war bereits am 22. Mai 1922 gegründet worden. Laut Gesellschaftsvertrag war die Aufgabe der Deutschen Stunde „die gemeinnützige Veranstaltung von öffentlichen Konzerten und Vorträgen, belehrenden, unterhaltenden sowie alle weitere Kreise der Bevölkerung interessierenden Darbietungen auf drahtlosem Wege im Deutschen Reiche“. Sie beantragte noch im Mai eine Sendegenehmigung bei der Reichspost. Vorstand der Gesellschaft wurde der Chefredakteur des Eildienstes, Ernst Ludwig Voss.
Die Deutsche Stunde hatte ihr Programm als sogenannten Saalfunk konzipiert, der in Kino- und andere Versammlungsräume übertragen werden sollte. Sie plante zunächst kein Programm für private Empfangsgeräte.
Als die Deutsche Stunde am 29. Oktober 1923 sendete, gab es offiziell noch keine privaten Zuhörer. Erst am 31. Oktober 1923 erhielt der Berliner Wilhelm Kollhoff als erster die Genehmigung zum privaten Rundfunkempfang.
Am
29. Oktober 1929 nahm Radio Moskau (später: Stimme Russlands) den Auslandsbetrieb auf.
Am 29. Oktober 1955 nahm „La Voz de Madrid“ auf dem 20-kW-Mittelwellensender 1097 kHz den Programmdienst auf.
Am 29. Oktober 1970 nahm der Lokalsender der BBC „Radio Oxford“ den Sendebetrieb auf Mittelwelle und UKW auf.
Am
29. Oktober 1977 veröffentlichte der Rocksänger Meatloaf seinen Song „Bat Out Of Hell“ im Radio.
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| Rundfunkmuseum Fürth |
Am 29. Oktober 1993 wurde in Fürth/Bayern das Rundfunkmuseum Fürth gegründet. In den Anfangsjahren war die Sammlung in einem Nebengebäude des Burgfarrnbacher Schlosses zu sehen. Seit Ende 2001 befindet sich das Museum auf dem Gelände der ehemaligen Hauptverwaltung (Direktionsgebäude) des Elektronikkonzerns Grundig in Fürth.
Hier wird die komplette Entwicklung des Rundfunks von seinen Anfängen bis heute dokumentiert. Viele historische Radioempfänger, aber auch Tonbandgeräte und Fernsehgeräte beleben die Ausstellung. Sonderausstellungen zeigen regelmäßig Spezialthemen.
Am
29. Oktober 2010 sendete der Wiener Privatsender Radio 88.6
sein Programm über vier Stunden teilweise in türkischer Sprache. Anlass war
der türkische Nationalfeiertag (Ausrufung der Republik durch Mustafa Kemal Atatürk
im Jahr 1923).
Am
29. Oktober 2011 beendete die Deutsche Welle die Ausstrahlung ihres deutschsprachigen
Programms über Kurzwelle, Satellit und Livestream. Seitdem gibt es nur noch Angebote
als Audio-on-Demand
über die Website der Anstalt.
Geburtstag:
Am
27. Oktober 1957 wurde der US-amerikanische
Synchronschauspieler Dan Castellaneta, Stimme des Homer Simpson, in Chicago geboren.
Nekrolog:
Am
29. Oktober 1971 starb Duane Allman, einer der 100 größten Gitarristen aller Zeiten.
Am
29. Oktober 1990 starb die deutsche
Mundart- und Hörspielautorin Lis Böhle 89-jährig in Troisdorf.
Am 29. Oktober 1996 starb der langjährige Talkmaster von WBZ-AM in Boston, Norm Nathan.
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