Am 31. Oktober 1923 erhielt der Berliner Wilhelm Kollhof die erste Genehmigung zum privaten Rundfunkempfang. Damals hatte die Deutsche Stunde ihr Programm als sogenannten Saalfunk konzipiert, der in Kino- und andere Versammlungsräume übertragen werden sollte. Sie plante zunächst kein Programm für private Empfangsgeräte. Als die Berliner Radio-Stunde (später Funk-Stunde) am 29. Oktober 1923 aus dem Vox-Haus zu senden begann, gab es deshalb offiziell noch keine privaten Zuhörer. Die Gebühren für den Empfang für ein Jahr waren wegen der Inflation gigantisch: 350 Milliarden Mark kostete Kollhof die Genehmigung für den privaten Rundfunkempfang. Kollhof, der einen Zigarrenladen in der Turmstraße 47 in Berlin-Moabit besaß, erhielt damals nach zweiwöchiger Wartezeit sein Radio und die „Genehmigungsurkunde für Rundfunkempfänger Nr. 1“. Auch 1953 besaß er noch seinen Zigarrenladen. Am 31. Oktober 1938 waren die Berichte über eine angebliche Massenpanik, die...
Radio-Almanach: 366 Kalenderblätter zur Geschichte des Radios – für jeden Tag im Jahr ein historisches Ereignis aus rund 100 Jahren Rundfunkgeschichte.